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Posts tagged: whatido

excuse me for a sec… 

Yasiin Bey, Essigfabrik, Köln 2.3.2012(all I got this time)  

Yasiin Bey, Essigfabrik, Köln 2.3.2012


(all I got this time)  

D’Angelo @ Paradiso, Amsterdam, 9. Februar 2012 ♥

*Trigger warning, Bilder nicht gewaltfrei*

Ich gebe ja zu, ich bin manchmal etwas träge und langsam wenn es darum geht Rassismus (und Sexismus) zu erkennen und befinde mich noch tief in der Lernphase, aber das hier habe selbst ich auf den ersten Blick abstoßend gefunden. Es steht da schon seit Wochen. Heute (eigentlich viel zu spät) habe ich dann endlich was dagegen unternommen (Druckvorlagen zu finden bei derbraunemob.de). Spätestens in einer Woche komme ich dann dort wieder vorbei und hänge entweder noch mal den selben Zettel auf oder freue mich, dass es weg ist.

Als ich zuhause war, konnte ich gleich weitermachen als mir mein Nachwuchs erzählte, dass die Klasse heute “wer hat Angst vorm schwarzen Mann” im Sportunterricht gespielt hat … Der Brief an die Lehrerin ist noch freundlich ausgefallen, wird aber bei Bedarf einen anderen Ton anschlagen. 


Ich habe dieses Thema viel zu lange schon umschifft und habe für mich beschlossen achtsamer zu sein. Ich möchte versuchen diese Alltagsrassismen so gut es geht hier auf dieser Seite zu dokumentieren. Wohl eher für mich als für andere, aber in der Hoffnung, dass andere auch anfangen nachzudenken und genauer hinzuschauen … über kritisches Feedback würde ich mich freuen und …nein, ich will keinen Keks dafür 

update 28.1. sieht so aus als hätte man das eklige ding tatsächlich aus dem Schaufenster genommen.

Blackface in 2012, das Schloßpark Theater in Berlin bietet eine armselige Vorstellung

Wer denkt, dass wir in 2012 weiter sind als Ende des 19. Jahrhunderts wird dieser Tage in Berlin mal wieder eines besseren belehrt. Das Schloßparktheater wirbt in der Stadt für Ihre neue Inszenierung “Ich bin nicht Rappaport” mit diesem Plakat . Ich schrieb daraufhin folgende e-mail: 

Sehr geehrte Damen und Herren, 
 
mit Entsetzen sah ich letzte Woche in Berlin das Plakat zu Ihrer neuen Inszenierung “Ich bin nicht Rappaport”.  
Was Sie da auf die Bühne bringen (wollen), ist  höchst fragwürdig und rassistisch.
Ich stelle mir ernsthaft die Frage warum die Rolle eines Schwarzen Amerikaners von Ihnen lieber mit einem weißen Schauspieler besetzt wird, der sich dann auch noch in typisch rassistischer Blackface-Manier das Gesicht schminkt. In den Minstrel Shows (19./ Anfang 20. Jh) wurde diese Methode genutzt um Schwarze Menschen zu diskriminieren und zu demütigen. Traurig, dass Sie im Jahr 2012 noch nichts dazugelernt haben und nicht in der Lage zu sein scheinen einen schwarzen Schauspieler zu engagieren. Wenn Sie mir jetzt erzählen wollen, Sie hätten keinen geeigneten Schauspieler gefunden, haben Sie Ihre Arbeit nicht richtig getan. Ossie Davis würde sich vermutlich im Grabe umdrehen wenn er wüsste, was Sie vorhaben. 
 
Gruß

und bekam diese Antwort
 

Sehr geehrte …,

Berlin, 04.01.2012 

mit Befremden haben wir ihren Brief gelesen. Unsere Besetzung des „Schwarzen Amerikaners“ mit einem „weißen Schauspieler“ folgt einer langen Theatertradition im deutschsprachigen Raum, die nicht rassistisch ist. Kaum einem Ensemble eines Theaters in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören schwarze Schauspieler an. Allein deswegen, weil das Stückrepertoire der Theater ihnen zu wenige Rollen in einer Spielzeit bieten könnte, die ein Festengagement rechtfertigten.

Wie weit wollen Sie mit ihrer Unterstellung des Rassismus‘ gehen?

Müssen wir künftig Shakespeares „Othello“ in der Bearbeitung von Schlegel/Tieck aus unseren Spielplänen streichen, weil uns ein „schwarzer Schauspieler“ im Ensemble fehlt? Müssen wir auf Friedrich Schillers „Fiesko“ verzichten und auf Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“? Wäre Anna Netrebko Rassismus vorzuwerfen, wenn sie die Rolle der Turandot in Puccinis gleichnamiger Oper singen würde, obgleich sie keine Asiatin ist? Oder die der Aida, obwohl sie keine Afrikanerin ist? Darf Gert Voss am Burgtheater nicht mehr den „Shylock“ im Kaufmann von Venedig spielen, da er selbst kein Jude ist?

Wie weit wollen Sie gehen?

Zu Ihrer Information sei gesagt, dass am Schlosspark Theater der Schauspieler Joachim Bliese die Rolle des „Schwarzen Amerikaners“ spielen wird. Er spielte sie schon in der deutschsprachigen Erstaufführung 1987 an diesem Hause und dies mit der ausdrücklichen Billigung des Autors Herb Gardner.

Der Begriff „Minstrel Show“ ist hier abwegig und beleidigend.

Es wird Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, dass das Stück sich gegen Rassismus und Stigmatisierung wendet, eine Haltung, die Herb Gardner sehr am Herzen lag und die wir mit all unseren Mitteln auf der Bühne zum Ausdruck bringen werden.

Wir hoffen, mit diesem Schreiben Ihr Interesse an unserer Aufführung geweckt zu haben und laden Sie zu einer der Voraufführungen am 5. oder 6.1.2012 ein.

Mit freundlichen Grüßen


Evangelia Epanomeritaki (
Theaterleitung)

Thomas Schendel (Regisseur) 

in meiner Reaktion habe ich mich noch zurückgehalten
Sehr geehrte Damen und Herren, 
Sehr geehrte Frau Epanomeritaki, sehr geehrter Herr Schendel, 
wie ich mit großer Freude gesehen habe, stehe ich mit meiner Kritik nicht alleine da und ich gehe davon aus, dass Sie inzwischen schon einige Beschwerden erhalten haben. Es ist zwar begrüßenswert, dass Sie sich gegen Rassismus und Stigmatisierung einsetzen wollen, doch dann sollten Sie vielleicht, die Kritik von Menschen die Rassismuserfahrung haben oder sich kritisch mit rassistischen Stereotypen auseinandersetzen ernst nehmen und nicht in die üblichen Abwehrmuster verfallen:
Eine lange Tradition schließt Rassismus nicht aus, im Gegenteil, oft sind es sogar diese “Traditionen” die Rassismus weitertragen. Es mag für Sie vielleicht eine Überraschung sein, aber was Sie hier bieten ist der typische, alltägliche Rassismus dem People of Color immer wieder ausgesetzt sind. Verstehen Sie vermutlich nicht, deshalb lassen Sie es mich anhand Ihrer Ausführungen ein wenig deutlicher machen: 
Sie schreiben, dass ein Festengagement Schwarzer Schauspieler nicht zu rechtfertigen ist, weil es zu wenig Rollen gibt und benennen gleich im nächsten Absatz die Rollen für die Ihnen eben dieser Schwarze Schauspieler fehlt. Überhaupt scheinen Sie ja starke Zweifel zu haben, dass es Schwarze Schauspieler überhaupt gibt, oder gibt es einen triftigen Grund, dass sie den Begriff in Anführungszeichen setzen? Ihre Fragen zeugen von einem Kleingeist erster Güte. Warum um Himmels Willen sollte Othello von einem Weißen gespielt werden? Warum sollte Anna Netrebko eine Asiatin spielen, wenn es Opernsängerinnen asiatischer Herkunft mit gleichen Qualifikationen gibt? Sie können keine Rollen bieten? Wer sagt denn, dass Tamino kein Schwarzer Prinz sein kann oder Romeo’s Julia ein Schwarzes Mädchen? Es scheint Ihnen eine völlig absurde Idee zu sein, das praktisch jede Rolle, die sie mit einer weißen Schauspielerin/einem weißen Schauspieler besetzen ebensogut auch Schwarze Schauspieler oder andere People of Color übernehmen können. Sie schließen diese Gruppe von Menschen lieber gleich komplett aus. Sollte Theater nicht immer auch einen Teil der Realität wiedergeben? Das hieße bei Ihnen, dass auf Berlins Strassen nur weiße Menschen unterwegs sind und der ein oder andere sich mal eben schwarz anmalt, damit es bunter aussieht? 
Ein gutes Theater sollte in der Lage sein Stücke zeitgenössisch so zu adaptieren, dass sie niemanden diskriminieren oder beleidigen. Ich habe kein Interesse daran, ihr Stück zu sehen und werde auch anderen davon abraten. Ihre Antwort ist eine Frechheit und ebenso beleidigend wie das Blackface was bei Ihnen stattfinden soll.
MfG
Inzwischen haben auch auf auf der facebook Seite des Theaters viele andere ihre Meinung gesagt und wurden mit folgender Antwort “belohnt”: 

Mir fehlen im Moment die Worte, aber je mehr Leute und je lauter der Protest umso besser! Ich werde diesen Post die nächsten Tage so zeitnah wie möglich aktualisieren. 

Zu erreichen ist das Theater über: facebook und via e-mail an: betriebsbuero@schlosspark-theater.de

update 21.15 Uhr  nachdem bei fb einer meiner Posts kurzzeitig verschwunden war und das mir und anderen aufgefallen ist, kam das hier (wobei die peinlichen Versuche dem noch etwas gutes abzugewinnen mit großer Wahrscheinlichkeit von den Theatermitgliedern selber kommen (die Leitung ist auf jeden Fall dabei)): 

 

update 6.1.2012 10.50 Uhr auf facebook wird weiter diskutiert, vom Theater gibt es immer noch keine zweite ernstzunehmende Stellungnahme 

hier noch einige Links zum Thema: 

http://stoptalk.wordpress.com/ 2012/01/04/ you-know-its-a-bad-idea-when-it s-blackface/

Was das Recht zu Blackface sagt (via Der Braune Mob e.V.)

update 17.05 Uhr  Das Deutschlandradio zitiert mich… so anonym will ich gar nicht bleiben ;) http://wissen.dradio.de/rassismusvorwurf-die-grenzen-der-theaterschminke.33.de.html?dram%3Aarticle_id=14382

man erreicht mich z.B. über Twitter oder meine Askbox 

update 18.30 Uhr thelocal.de berichtet: Blackface in Berlin play just ‘tradition’ 

update 7.1.2012 10.45 Uhr auf dieser facebook Seite gibt es viele Links zum Fall und zum Thema blackface: Schluß mit rassistischen “blackface” Aufführungen

update 13.20 Uhr auch am Deutschen Theater wird hemmungslos blackface verwendet… http://www.deutschestheater.de/spielplan/spielplan/unschuld/bilder/  und das nachdem dem ihnen das hier passiert ist: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83180887.html  so viel zu: aus Fehlern lernt man. Schade 

update 8.1.2012 10.30Uhr gestern war Premiere des Stücks, weiterhin keine Stellungnahme aber hier noch ein schöner Beitrag zu der Sache, den ich gestern vergessen hatte:  http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2012/01/06/nachtrag-tritt-rassismus-und-rassismuskritik-in-der-deutschen-theaterszene-am-beispiel-des-schlosspark-theaters-ein-drama/

Danke auch an die Maedchenmannschaft die uns in ihrer Blogschau verlinkt hat.

sobald ich erste Rezensionen und Kritiken habe, findet ihr sie hier (ihr könnt mir aber auch gerne selber welche schicken) 

P.S. ich kam nicht umhin noch mal eine kleine Zusammenfassung des Spektakels zu schreiben ;)

*PoC geht auf SPT zu* 
PoC: Du hast mich verletzt liebes SPT
SPT: Das habe ich nicht!
PoC: Woher willst du meine Gefühle kennen? Du hast mich verletzt und zwar aus den und den Gründen
SPT: Ich kann dich gar nicht verletzt haben, denn ich hatte ja keine böse Absicht und wenn du mir das jetzt unterstellst beleidigst du mich! Du hast mir gar nichts zu sagen und deshalb mach ich jetzt auch einfach weiter so. *Abgang* *PoC steht allein auf der Bühne*

*SPT schreit aus dem off* Und nur weil du ein Problem damit hast, wird es noch lange nicht zu meinem Problem!

update 18.00 Uhr

http://www.micmovement.com/2012/01/blackface-is-back/

http://www.publikative.org/2012/01/08/rassismus-ist-wenn-man-trotzdem-lacht/

update 22:50 Uhr

http://www.tagesspiegel.de/ kultur/ die-zwei-von-der-parkbank/ 6045050.html

http://www.hauptstadtblog.de/2012/01/08/„ich-bin-nicht-rappaport“-im-schlosspark-theater/ 

update 9.1.12 7:00 Uhr

die TAZ schreibt  http://www.taz.de/Streit-um-Theaterstueck/!85230

Das Theater schweigt sich weiterhin aus und reagiert auch auf anfragen per Mail nur mit dem selben Brief den ich schon vor Tagen bekommen habe… 

Hier gibt es nochmal eine Zusammenfassung davon was getan werden kann inkl. Linksammlung & Pressespiegel https://sites.google.com/site/pressesammlung/

update 19.00 Uhr

Es gibt Stellungnahmen vom Theater … ich find es traurig. Es so darzustellen als wären wir ein wütender Pöbel der sofort mit Beleidigungen um die Ecke kam… ich hab ja nicht viel erwartet aber ein bißchen Respekt scheint auch schon zu viel verlangt :( 



 

ach und auf nachtkritik.de wird inzwischen auch diskutiert

update 10.1.2012 Ihr lieben, dies hier wird mein letztes Update sein, denn es gibt inzwischen andere und bessere Möglichkeiten wie ihr euch über dieses Thema informieren und für die Sache engagieren könnt. 

Dafür empfehle ich euch vor allem die Facebook Gruppe Schluß mit rassistischen “blackface” Aufführungen von da aus geht es weiter. 

einen Link habe ich aber noch: http://maedchenmannschaft.net/unglaublich-aber-auch-2012-sind-rassistische-traditionen-noch-rassistisch/

Peace ♥

what i do #2.3 (the end)

what i do #2.3 (the end)

What I do #2.2

What I do #2.2

what I do #2.1

what I do #2.1

what I do #2

After more than a year I started a painting yesterday … I will skip class today to write & paint & listen to Yasiin Bey.

what I do #2

After more than a year I started a painting yesterday … I will skip class today to write & paint & listen to Yasiin Bey.

Polaroid #3 28.10.2011